|
Zum Geleit
"Meine Eltern und der Kaiser würden so
etwas nie tun!" Das Empören, das der Kabarettist
Werner Fink im Zusammenhang mit seiner offenbar schockierenden sexuellen
Aufklärung
- nachträglich und süffisant - zum Ausdruck bringt ließe sich ohne Abstriche auf
manche
naserümpfende Ablehnung "erotischer" Kunst übertragen.
Es ist müßig, sich Gedanken darüber zu
machen, wie Sinnlichkeit, Erotik und Pornographie
begrifflich zu trennen sind, und was das Ganze mit Kunst zu tun hat. Meist
steckt hinter
solchem Bemühen der ängstliche Versuch, ganz konkrete, das heißt individuell
wirksame
Reize, Verlockungen, Faszinationen und auch Ängste und Aversionen weich zu
spülen, zu
rechtfertigen, sehnsüchtig oder künstlerisch zu idealisieren, gar zu
stigmatisieren und in
ein Schattendasein zu verbannen.
Keine besonders originelle Erkenntnis
ist es, dass der Mensch einen erheblichen Teil seiner
Fantasien auf Sexualität ausrichtet. Und oft übertreffen diese die erlebte und
erlebbare
Wirklichkeit auf faszinierende und verführerische Weise. Dieser Unterschied
zwischen Lust
und Liebe, jener zarten Zuneigung, die Menschen miteinander verbindet, sie in
ihrer Lust aber
auch oft trennt, ist ein enormer Katalysator. Ein Blick in so manche museale
oder private
Asservatenkammer wird dies belegen.
Nun ist sich die kunstinteressierte
Welt schon hinsichtlich Stil, Abstraktionsgrad und Technik
uneins, was Qualität und Bedeutung von "Kunst" angeht. Wie soll sich der
Pulverdampf verziehen
können, wenn nun noch sexuelle Dispositionen und Präferenzen in die
Bildwirklichkeit - bei
Künstler und Betrachter - einfließen?
Genießen Sie bei Ihrem Besuch das, was
Ihre Sinne anspricht.
|